Digitale Kommunikation und Web 2.0

Aus drei Gründen ist die öffentliche digitale Kommunikation für Unternehmen wichtig:

Sie ist da. Sie nimmt zu. Sie beeinflusst.


Unternehmen sollten die Fähigkeit aufbauen, relevante Entwicklungen zu erkennen und zielgerichtet zu handeln. Wir bezeichnen diese Aufgaben als Digital Intelligence und Social Media Management. Der digitale Raum ist Trendlabor und Meinungsmarkt, aber immer stärker auch Wettbewerbsarena.


Anders als bei den klassischen Massenmedien gibt es hier einen starken Rückkanal. Produktmarketing und Werbeagenturen sind traditionell auf Senden gepolt und nicht darin geübt, zuzuhören. Kontrolle ist oberstes Gebot. Dies lässt sich in Zeiten des Web 2.0 nicht aufrechterhalten. Allerdings war vollständige Kontrolle stets eine Illusion. Produkteinschätzungen wurden und werden durch Marketing UND Nutzerkommunikation geprägt. Märkte sind Gespräche - Hören Sie zu.


Statt Sender-Empfänger-Modelle gilt es, Schwarmphänomene zu verstehen. Schwärme nutzen einfache Regeln, lokale Kommunikation oder mittelbare Koordination zur "gemeinschaftlichen Lösungssuche". Damit sind sie oft erfolgreicher als einzelne Spezialisten. Ameisen und Internetautoren haben eines gemeinsam: Sie richten sich auch mittelbar aneinander aus: Ameisengruppen finden durch verdichtete Pheromonspuren effiziente Wege. Internetautoren "emittieren" Meinungen durch digitale Kommunikation und setzen Links auf andere.


Durch Netzwerk- und Themenanalyse werden frühe Signale, Muster und Trends im digitalen Raum erkannt. Hierbei nutzen wir den Wandel des Internets von einem Abrufmedium zum Mitmachweb:

 

  • Abrufmedium | Web 1.0
    Gekennzeichnet durch geringe Verlinkung und seltene Aktualisierung: Das Internet wird als [1:n] Informationskanal entdeckt (i.d.R. wie eine Litfaßsäule ohne Rückkanal).
  • Mitmachweb | Web 2.0
    Charakteristisch sind starke und wachsende [n:m] Vernetzung und massiver nutzergenerierter Content: Breite Massen tragen mit ihren Texten, Bookmarks, Videos, Fotos, Profilen und Links zum Informations- und Meinungsraum bei.

 

Inhalteproduktion und Netzwerkdynamik sind Basis für die Entstehung und Identifikation von Mustern und Trends. Meinungen und Verweise erschließen neue analytische Potenziale.